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Airplus

01.02.2012, 19:45 Uhr

Unternehmen reisen so viel wie nie zuvor

von Oliver Graue

Im vergangenen Jahr stellten deutsche Firmen einen Reiserekord auf, Business-Trips gelten als unverzichtbar. Allerdings sind auch die Preise gestiegen. Für 2012 planen die Unternehmen sogar noch mehr Reisen.

Foto: PR

Noch mehr Geschäftsreisen, eine größere Professionalität im Travel Management und geringere Rabatte bei Firmenraten: Diese drei Punkte nennt Patrick Diemer, Chef des Kreditkartenanbieters Airplus, als wichtigste Trends des Jahres 2012. Besonders positiv: "Die derzeitige Debatte um eine drohende Rezession schlägt sich nicht im Reiseverhalten nieder", sagt Diemer: "Die deutschen Unternehmen werden 2012 proportional mehr unterwegs sein als die Firmen anderer Länder." Eine Vorhersage, die der Jahresauftakt voll bestätigt: Airplus verzeichnete für Januar einen um 16 Prozent höheren Umsatz im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres.

Und dies, obwohl bereits 2011 für die deutsche Geschäftsreise-Branche ein Rekordjahr war. Der Airplus-Auswertung zufolge, die auf 100 Millionen Buchungen basiert, gaben die Unternehmen sieben Prozent mehr für Business-Trips aus als 2010. Zugleich allerdings sind die Flugpreise von durchschnittlich 517 Euro pro Ticket auf 545 Euro gestiegen. 2008 hatten Firmen allerdings noch 596 Euro zahlen müssen, relativiert Diemers Geschäftsführungskollege Klaus Busch. Extrem bescheiden fällt hingegen das Zurück in die Business Class aus. Insgesamt neun Prozent buchten 2011 die bequeme Klasse - lediglich ein Prozent mehr als 2009. Im Vergleich dazu lag 2001 der Business-Class-Anteil noch bei 43 Prozent.

Laut Airplus International Travel Management Study 2012 haben die Firmen aus wirtschaftlich unsicheren Zeiten gelernt und ihre Geschäftsreiseplanung deutlich professionalisiert. Vor allem die Zahl der hauptamtlichen Travel Manager nimmt derzeit zu, "zugleich sind immer mehr Fachabteilungen mit diesem Thema befasst", so Diemer. Dies spiegelt sich in der Einführung von Reiserichtlinien, verstärkter Nutzung von Reportings und Firmenkreditkarten wider.

Weiterer Trend: Weil Fluggesellschaften immer seltener zu Rabatten bereit sind, sinkt die Zahl der Unternehmen, die Firmenraten aushandeln. "Der Trend zum sogenannten Spot Buying, also zu tagesaktuellen Marktpreisen nimmt zu", erklärt Patrick Diemer. Neben den geringeren Rabatten, die Airlines geben, dürfte daran aber auch der steigende Anteil von Zusatzgebühren am Flugpreis schuld sein. Da diese Gebühren als unverhandelbar gelten, wird die tatsächliche Verhandlungsmasse immer geringer.

Zusatzgebühren werden Airplus zufolge auch 2012 zu den Top-Themen im Travel Management gehören. Zugleich beschäftigen sich Geschäftsreiseplaner verstärkt mit mobilen Lösungen für ihre Reisenden sowie mit Benchmarking, also dem Vergleich mit anderen, ähnlich strukturierten Unternehmen.

Der Kreditkartenanbieter, der für sich einen Marktanteil von 65 Prozent in Deutschland in Anspruch nimmt, startet in diesem Jahr ein Pilotprojekt, um Zusatzgebühren im Flugpreis zu identifizieren und zu reporten. Zudem entwickelt Airplus ein Analysetool für den externen Unternehmensvergleich und plant, eine mobile Bezahllösung auf den Markt zu bringen.

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