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Hotelportal

17.01.2012, 11:35 Uhr

Gemeinsame Sache mit Amadeus

von Sabine Pracht, Christiane von Pilar

Erst die Bahn, jetzt Amadeus: HRS setzt seine Vertriebsoffensive fort. Damit sind bei HRS gelistete Hotels nun auch im Reisebüro buchbar – dafür steigt deren Provision auf 15 Prozent.

Endlich Partner: Holger Taubmann, Vice President Distribution bei Amadeus (links), und HRS-Chef Tobias Ragge.
Foto: fvw/Christiane von Pilar

Eine überraschende Wendung, die HRS-Chef Tobias Ragge da macht. Im harten Wettbewerb um Hotelcontent argumentierte er stets, ein deutlich günstigerer Vertriebskanal als die GDS zu sein. Der ein oder andere Seitenhieb auf die Buchungssysteme blieb dabei nicht aus. Jetzt macht er mit dem größten in Deutschland, Amadeus, gemeinsame Sache. Nach der kürzlich mit der Bahn geschlossenen Vertriebskooperation ist das die zweite Branchengröße, mit der HRS in kurzer Zeit eine strategische Kooperation vereinbart.

Insgesamt 250.000 HRS-Hotels, darunter mehr als 50.000 exklusive Häuser, werden im Laufe des Jahres 2012 über Amadeus und damit im Reisebüro buchbar. Der Kölner Mittler wird mit dieser Zusammenarbeit zum größten Content-Lieferanten von Amadeus. Das GDS, das selbst eher Kettenhotels angebunden hat, profitiert bei der Kooperation vor allem von den vielen Privathotels, die bei HRS gelistet sind. Der Vertrag läuft über drei Jahre.

Erste Gespräche zwischen Amadeus und HRS gab es schon vor sieben Jahren. Damals konnten die beiden Partner noch keine „Kompatibilität“ feststellen, heute schon: Der Technikanbieter, der bislang rund 110.000 Kettenhotels anbietet und in der Hotelvermittlung weiter wachsen will, sieht die Partnerschaft in erster Linie als Mittel, um die Buchungsplattform Amadeus attraktiver zu machen. „Für das Travel Management und die Reisebüros ist der Schritt ein großer Vorteil“, erklärt Holger Taubmann, Vice President Distribution bei Amadeus. „Die aufwändige Suche nach den besten Zimmern entfällt, das senkt die Prozesskosten.“ Taubmann schätzt die Einsparung für Reisebüros auf 1,50 Euro.

Preiserhöhung für Hotels

Umgekehrt profitieren die angeschlossenen Hotels von einem weltweiten Vertriebsnetz. Nach Abschluss der Integration, die bis zum zweiten Quartal 2012 erfolgt sein soll, sollen alle HRS-Hotels weltweit über 91.100 Reisebüros und 65.900 Airline-Verkaufsbüros, die Amadeus nutzen, buchbar sein. „Neben der normalen HRS Provision fallen keine weiteren Gebühren für den Hotelier an. Durch die Partnerschaft erweitern wir die Reichweite unserer Hotelpartner signifikant und steigern ihr Buchungsvolumen“, unterstreicht Ragge die Vorteile der Kooperation. Doch so positiv das für Hotels klingen mag, mit dem neuen Vertriebskanal an der Seite langt HRS künftig bei der Kommission stärker zu. 15 statt 13 Prozent will HRS ab März bei den Hotels kassieren. Ragges Begründung: Hotels würden durch die Verbindung zwischen HRS und Amadeus Geld für den Pegasus-Switch und einen Repräsentanten sparen. Die Distributionskosten würden so für die Hotels um zehn Prozent sinken.

Zur wirtschaftlichen Seite der Partnerschaft und ihrer Perspektiven halten sich Amadeus und HRS jedoch zurück. „Wir haben keinen Businessplan aufgestellt“, sagt Tobias Ragge auf die Frage, wieviel mehr Buchungen er sich von Amadeus verspricht. Auch das Abrechnungsprozedere zwischen den beiden Anbietern bleibt ihr Geheimnis.

Schon lange arbeiten die GDS daran, ihre Hotelinhalte weiter auszubauen. Amadeus-Wettbewerber Sabre schloss bereits vor einiger Zeit eine Kooperation mit Hotel.de ab.

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