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Stuttgart 21

04.01.2012, 12:08 Uhr

Juchtenkäfer verzögert Bau

Das Volk will ihn zwar haben, doch nun kommt ein Käfer dazwischen: Da seltene Krabbeltiere in den Bäumen entdeckt wurden, muss die Bahn den Bahnhofsbau zunächst stoppen.

Foto: Wikipedia

Die Deutsche Bahn darf im Stuttgarter Schlossgarten momentan keine Bäume für ihren neuen Tiefbahnhof fällen oder versetzen. Das Eisenbahn-Bundesamt hat dies unter Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von 250.000 Euro verboten. Nun muss die Bahn zunächst sagen, wie sie den seltenen Juchtenkäfer und Fledermäuse schützt. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten".

Kürzlich hatte das Volk mit großer Mehrheit für einen Weiterbau des geplanten Bahnhofs Stuttgart 21 gestimmt. Zuvor hatte es lange und heftige Proteste von Umweltschützern gegen das Projekt gegeben, das voraussichtlich 4,1 Milliarden Euro teuer ist.

Neben dem Juchtenkäfer steht der Bahn jedoch weiteres Ungemach bevor: Noch immer siedeln radikale Bahnhofsgegner in einem Tipi-Zelt und in Baumhäusern des Mittleren Schlossgartens. Dieser müsste geräumt werden, wenn weitergebaut werden soll. Die Stadt verlangt von den Besetzern, dass sie ihre Behausungen bis spätestens 12. Januar abbauen. Dann sollen etwa 100 Bäume verschwinden. Beobachter gehen davon aus, dass die Protestler den Garten nicht von sich aus verlassen werden.

Umweltschützer hatten festgestellt, dass in den Bäumen Juchtenkäfer, Fledermäuse und Hohltauben leben. Sie wollen gegen die Bahn vor Gericht ziehen.

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